Michael Sanderling

Chefdirigent

Michael Sanderling © Nikolaj Lund

Michael Sanderling © Nikolaj Lund

Die Konzertsaison 2017/2018 ist Michael Sanderlings siebente als Chefdirigent der Dresdner Philharmonie. Sein Name verbindet sich mit einem großen musikalischen und technischen Anspruch, konzentrierter Probenarbeit und Konzertereignissen von unvergesslicher Intensität. Der große Erfolg der jüngsten Tourneen nach Singapur, China und durch Europa, der zu sofortigen Wiedereinladungen führte, zeigt, dass Sanderling die Dresdner Philharmonie durch seine Arbeit innerhalb kürzester Zeit zur Höchstform gebracht hat. In dieser Saison wird Michael Sanderling mit seinem Orchester und namhaften Solisten wie Alice Sara Ott, Arabella Steinbacher und Martin Grubinger u.a. in der Elbphilharmonie in Hamburg, in Berlin, Köln, München, London, Manchester und Edinburgh zu Gast sein.

In Dresden steht seine Arbeit ganz im Zeichen des im April 2017 neu eröffneten Konzertsaales im Kulturpalast. Als fulminanten Auftakt zur ersten Saison im neuen Saal wird Michael Sanderling die „Sinfonie der Tausend“ von Gustav Mahler dirigieren und gleich im Anschluss das erste Konzert mit den Artists in Residence, Katia und Marielle Labèque, leiten. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Dresdner Konzertprogramme ist die Arbeit an der Gesamtaufnahme der Sinfonien von Beethoven und Schostakowitsch. Bereits die ersten beiden bei Sony Classical erschienenen CDs haben mit überraschenden Bezügen die Tragfähigkeit der Gegenüberstellung dieser beiden großen Sinfoniker bewiesen und ein neues Kapitel in der Diskographie der Dresdner Philharmonie aufgeschlagen. Mit Schostakowitschs Sinfonie Nr. 13 „Babi Jar“ wird ein besonderer Hohepunkt dieser Arbeit zu erleben sein. Sein stetes Interesse an zeitgenössischen Werken stellt er u.a. mit der Uraufführung von George Alexander Albrechts „Requiem für Syrien“ unter Beweis. Michael Sanderling ist einer der ganz wenigen, deren Weg vom Solisten und Orchestermusiker in die Top-Liga der Dirigenten führte. 1987 wurde der gebürtige Berliner im Alter von 20 Jahren Solocellist des Gewandhausorchesters Leipzig unter Kurt Masur, von 1994 bis 2006 war er in gleicher Position im Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin tätig. Als Solist gastierte er u.a. beim Boston Symphony Orchestra, Los Angeles Philharmonic Orchestra und Orchestre de Paris, als passionierter Kammermusiker war er acht Jahre lang Mitglied des Trios Ex Aequo.

Im Jahr 2000 trat er beim Kammerorchester Berlin erstmals ans Dirigentenpult, 2006-2010 war er Chefdirigent und künstlerischer Leiter der Kammerakademie Potsdam. Als gefragter Gastdirigent leitet Michael Sanderling regelmäßig renommierte Orchester, darunter das Gewandhausorchester Leipzig, das Tonhalle-Orchester Zürich, die Münchner Philharmoniker, die Wiener Symphoniker, das Konzerthausorchester Berlin, das Toronto Symphony Orchestra, das NHK Symphony Orchestra und die Sinfonieorchester des WDR und des SWR.

Erfolge als Operndirigent feierte er mit Philip Glass‘ „The Fall of the House of Usher“ in Potsdam und mit Sergei Prokofjews „Krieg und Frieden“ an der Oper Köln. Als Cellist und Dirigent nahm er bedeutende Werke von Dvořak, Schumann, Schostakowitsch, Prokofjew, Tschaikowski auf CD auf.

Eine Herzensangelegenheit ist Michael Sanderling die Arbeit mit dem musikalischen Nachwuchs. Die „Kurt Masur Akademie – Orchesterakademie der Dresdner Philharmonie“, deren Gründung durch sein Engagement und die besondere Verbundenheit von Kurt Masur mit der Dresdner Philharmonie ermöglicht wurde, tragt ab 2017/18 durch die Einladung von jungen internationalen Musikern dazu bei, die besondere Klangkultur des Traditionsorchesters an die Spitzenkräfte der neuen Generation weiterzugeben und gleichzeitig mit deren Impulsen die Zukunftsfähigkeit des Orchesters zu sichern. Für Michael Sanderling ist es ein besonderes Anliegen, das Benefizkonzert der Akademie im Mai 2018 zugunsten der jungen Musiker zu leiten. Darüber hinaus unterrichtet er als Professor an der Musikhochschule Frankfurt/Main und arbeitet regelmäßig mit dem Bundesjugendorchester, dem Jerusalem Weimar Youth Orchestra, der Jungen Deutschen Philharmonie sowie mit dem Schleswig-Holstein-Festivalorchester zusammen. Von 2003 bis 2013 war er der Deutschen Streicherphilharmonie als Chefdirigent verbunden.

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