Patricia Kopatchinskajas Ziel ist es, zum Kern der Musik vorzudringen, zu ihrer Bedeutung für uns – im Hier und Jetzt. Mit einer Mischung aus Tiefe, Brillanz und Humor verleiht sie ihren musikalischen Darbietungen eine unnachahmliche theatralische Note. Von der New York Times als "eine Musikerin von seltener Ausdruckskraft und entwaffnender Ungezwungenheit, von Verspieltheit und theatralischem Ehrgeiz" beschrieben, vermittelt sie mit ihrem unverwechselbaren Ansatz stets die Essenz eines Werks, sei es in einer frischen Interpretation eines Klassikers des Violinrepertoires oder durch eines ihrer originellen Bühnenprojekte, die Grenzen zwischen Musik, Theater und anderen Disziplinen aufbrechen.
Als Visionärin, die Experimente und die Zusammenarbeit mit anderen Künstler liebt, bezeichnet sie zeitgenössische Musik als ihr Lebenselixier. Aus ihren künstlerischen Partnerschaften mit lebenden Komponisten wie Francisco Coll, Luca Francesconi, Michael Hersch, Márton Illés, György Kurtág, Esa-Pekka Salonen und Aureliano Cattaneo sind zahlreiche Uraufführungen hervorgegangen. Sie leitet szenische Konzerte auf beiden Seiten des Atlantiks und arbeitet weltweit mit führenden Orchestern, Dirigent und Festivals zusammen.
In der Saison 2026/27 ist Patricia Kopatchinskaja beim Oslo Philharmonic Orchestra zu Gast und reist mit dem Orchester zu den BBC Proms. Weitere Orchesterpartner sind die Wiener Symphoniker, das London Philharmonic Orchestra, das Orchestre de la Suisse Romande, das Konzerthausorchester Berlin und das Rotterdam Philharmonic. Mit Les Siècles und Maxim Emelyanychev geht sie auf Tournee durch Frankreich und Deutschland, mit dem Helsingborg Symphony Orchestra und dem Real Filharmonía de Galicia tritt sie als Solistin und Dirigentin auf. Mit Sol Gabetta unternimmt sie eine Duo-Tournee nach Taiwan, China, Japan, Südkorea und Hongkong und mit Fazıl Say gibt sie Konzerte in Italien, Spanien, Deutschland und der Schweiz. Zum Saisonende präsentiert sie mit dem Ensemble Resonanz ihr inszeniertes Konzertprojekt "Prometheus – Ignition of the World" in Hamburg, Rotterdam und Wien.
In der Saison 2025/26 brachte sie beim Forward Festival in Luzern die Neufassung von "Five Dreams", ihrem Doppelkonzert für Violine und Violoncello, zur Uraufführung und gab ihr Debüt beim Cleveland Orchestra. Zwei ihrer charakteristischen szenischen Projekte prägten die Saison: "Dies irae (Day of Wrath)", eine provokante halbszenische Aufführung als Antwort auf den globalen Zusammenbruch, Ressourcenkriege und die Flüchtlingskrise, sowie "Les Adieux", das sich mit der rasch fortschreitenden Zerstörung der Natur auseinandersetzt.
In den vergangenen Spielzeiten kuratierte Patricia Kopatchinskaja große Residenzen im Southbank Centre in London, im Wiener Konzerthaus (dessen Konzerthausgesellschaft sie als jüngstes Ehrenmitglied angehört), in der Philharmonie Essen, der Elbphilharmonie Hamburg sowie bei den Berliner Philharmonikern, dem SWR Symphonieorchester und dem Orchestre Philharmonique de Radio France. 2024 stand sie beim Festival "Golden Decade" mit der Dresdner Philharmonie an drei aufeinanderfolgenden Abenden auf der Bühne und spielte sechs bedeutende Violinkonzerte der klassischen Moderne. Zu den weiteren Höhepunkten zählten "Songs and Fragments", eine Inszenierung von Barrie Kosky beim Festival d’Aix-en-Provence, bei der sie mit der Sopranistin Anna Prohaska auftrat, sowie ein gewagtes musikalisches Experiment mit Herbert Fritsch – die Neo-Dada-Opernproduktion "Vergeigt" am Theater Basel.
Patricia Kopatchinskaja tritt auch als Vokalistin in Ligetis "Mystères du macabre" oder Schönbergs "Pierrot lunaire" auf, wo sie selbst die Rolle des Pierrot übernimmt, sowie in ihrem Projekt, das Kurt Schwitters’ Lautgedicht "Ursonate" als dadaistischen Film präsentiert. Sie war zudem assoziierte Künstlerin des SWR Experimentalstudios, eines der weltweit führenden Zentren für elektronische Musikforschung.
In der Saison 2024/25 würdigte sie Schönbergs 150. Geburtstag mit Aufführungen seines monumentalen Violinkonzerts mit dem BBC Symphony Orchestra, den Wiener Symphonikern, der Dresdner Philharmonie, dem Orchestre Philharmonique de Radio France und der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, um nur einige zu nennen. Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten führte sie 2025 zudem "Pierrot lunaire" im Palau de la Música Catalana in Barcelona auf, auf den Tag genau 100 Jahre, nachdem Schönberg das Werk dort selbst dirigiert hatte.
Patricia Kopatchinskajas Diskografie umfasst über 30 Aufnahmen, darunter das mit einem Grammy ausgezeichnete Album "Death and the Maiden" mit dem Saint Paul Chamber Orchestra, ein Projekt, das auch als halbszenische Filmproduktion mit der Camerata Bern neu umgesetzt wurde. Zu den jüngeren Veröffentlichungen zählen "Les Plaisirs illuminés" mit Sol Gabetta und der Camerata Bern, ausgezeichnet mit einem BBC Music Magazine Award, und "Le monde selon George Antheil" mit Joonas Ahonen (beide bei Alpha Classics). 2023 erschien "Maria Mater Meretrix" mit Anna Prohaska, eine Neufassung ihres gleichnamigen gemeinsamen Projekts, das das Bild der Frau im Wandel der Jahrhunderte als musikalisches Mosaik zeigt, sowie eine Aufnahme mit Sonaten von Bartók, Janáček und Brahms mit Fazıl Say, die das Comeback ihres Duos markierte und von Gramophone als "Editor’s Choice" ausgezeichnet wurde. 2024 folgte das Album "Take 3" mit dem Klarinettisten Reto Bieri und der Pianistin Polina Leschenko – ein Zeugnis der langjährigen Partnerschaft dieses Trios und eine Hommage an seinen gemeinsamen Weg und seine musikalischen Wurzeln. Im Oktober 2026 erschien bei Alpha Classics ihr neues gemeinsames Album mit Fazıl Say, "PatKop & Say", mit der ihr gewidmeten Sonate "Lost Screams" von Say, Szymanowskis "Mythes", Prokofjews Violinsonate Nr. 1 und ihrem eigenen Werk "UniSolo".