Anu Komsi ist für ihren "technischen Wagemut" (The Times) und ihre "pyrotechnische Anmut" (New Yorker) bekannt und zählt zu den führenden Sängerinnen der Welt. Als regelmäßige und ikonische musikalische Partnerin von unzähligen zeitgenössischen Komponisten dienen ihre Darbietungen oft als Vorlage für zukünftige Produktionen, und sie bringt weiterhin frische und bewegende Interpretationen in traditionelle Rollen und das Konzertrepertoire ein. Im Laufe ihrer herausragenden Karriere hat sie mit führenden Dirigenten wie Sir Roger Norrington, Sakari Oramo, Andris Nelsons, Esa-Pekka Salonen, Alan Gilbert, Franz Welser-Möst, Peter Eötvös, George Benjamin, Martyn Brabbins, Dalia Stasevska, Hannu Lintu, Santtu-Matias Rouvali, Anna-Maria Helsing, Tarmo Peltokoski zusammengearbeitet und mit namhaften Regisseuren wie Pierre Audi, Barrie Kosky, Lydia Steier, Simon Stone, Achim Freyer, Karin Beier, Christoph Loy, Juho Kuosmanen und Leea Klemola.
Anu Komsi eröffnet die Saison 2024/25 bei den BBC Proms und arbeitet mit dem Sibelius Academy und dem Royal College of Music Symphony Orchestra zusammen, um die Weltpremiere von Lara Poes "Laulut maaseudulta" (Lieder vom Land) zu geben. Im Anschluss an die Proms tritt sie mit dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Helsinki Philharmonic, dem Gürzenich-Orchester Köln und dem BBC Symphony Orchestra auf. Als engagierte Verfechterin zeitgenössischer Musik singt sie Werke von Kaija Saariaho, Jukka Tiensuu, Aarre Merikanto und Heidi Sundblad-Halme und führt auch Kernrepertoire wie Berlioz' "Les Nuits d'été", Mahlers Symphonien, Sibelius' "Luonnotar" und Strauss' "Vier letzte Lieder" auf.
Zu den Höhepunkten der Opernsaison gehört die Wiederaufnahme ihrer Rolle als Schwiegermutter in Saariahos "Innocence" an der Semperoper Dresden. Zu den Höhepunkten der vergangenen Spielzeiten gehören die Königin der Nacht in Mozarts "Die Zauberflöte", Titelrollen in Strauss' "Salome", Bergs "Lulu", Holligers "Schneewittchen", Eötvös' "Lady Sarashina" und Poulencs "Tiresias", Catherine in Meyerbeers "L'Étoile du nord", Eva in Stockhausens "Donnerstag aus Licht" und die einzige Rolle in Feldmans "Neither" bei renommierten Opernhäusern und Festivals wie der Opéra national de Paris, dem Teatro alla Scala in Mailand, dem Lucerne Festival, den Salzburger Festspielen, dem Savonlinna Opera Festival und dem Helsinki Festival.
Zu den vielen Stücken, die speziell für Anu Komsi geschrieben wurden, gehören Saariahos "Leino Songs" und "Saarikoski Songs", Benjamins "Into the Little Hill", Chins "Cantatrix Sopranica", die Rolle des Präsidenten Kekkonen in Heinz-Juhani Hofmanns "Ahti Karjalainen – Life, Kekkonen and Works", Christian Masons "Man Made", Salonens "Floof" and "Wing on Wing", Jukka Tiensuus "Voice Verser" und sein Doppelkonzert "Ihmepari" sowie die überarbeitete Fassung von Magnus Lindbergs "Accused" aus dem Jahr 2020.
Anu Komsi kann auf eine umfangreiche Diskografie verweisen, darunter ihre international gefeierte Interpretation von Sibelius' "Luonnotar", Kurtágs "Kafka-Fragmente", Zimmermanns "Soldaten-Sinfonie" und Fagerlunds "Döbeln" sowie J. Zorns "Machine de l'être". Sie war an drei mit dem Gramophone Award ausgezeichneten Aufnahmen beteiligt: Rued Langgaards Symphonie Nr. 2 mit den Wiener Philharmonikern unter Sakari Oramo, Saariahos "Leino Songs" mit dem Finnish Radio Symphony Orchestra und Jonathan Harveys "White as Jasmine" mit dem BBC Scottish Symphony Orchestra. Ihr neuestes Album "Sumun Läpi" (Durch den Nebel) enthält Klavierlieder von Saariaho.
Als Gründerin, künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin der West Coast Kokkola Opera leitete Komsi für 14 Jahre das Kokkola Opera Summer Festival, das 25 vollständige Opernproduktionen sowie über 100 Konzerte und Veranstaltungen auf die Beine stellte. Sie wurde von der Kritik als Regisseurin in Puccinis "Suor Angelica", Weills "Der Silbersee" und Opern von Vivaldi und Detlev Glanert gefeiert. Als Verfechterin neuer Musik wurde Anu Komsi 2020 von der Finnischen Komponistenvereinigung mit dem Madetoja-Preis ausgezeichnet und erhielt 2021 den renommierten Erik-Bergman-Preis für besondere Leistungen bei der Aufführung und Auftragsvergabe für neues Vokalrepertoire auf internationaler Ebene.