Im Jahr 2024 gewann die Dirigentin Bar Avni den "La Maestra"-Wettbewerb in Paris sowie vier Sonderpreise. Dieser Erfolg führte zu einer engen und fruchtbaren Zusammenarbeit sowie weiteren Konzerten mit dem Paris Mozart Orchestra und Claire Gibault.
Bar Avni wurde in Israel geboren und absolvierte zunächst eine Ausbildung als Schlagzeugerin. Anschließend studierte sie Dirigieren bei Yoav Talmi, Martin Sieghart und Ulrich Windfuhr. Von 2021 bis 2024 war sie im Rahmen ihrer Residenz bei Bayer Kultur Chefdirigentin der Bayer Philharmoniker. Vom französischen Magazin Diapason für ihre dynamische Präsenz und ihre feinsinnige Musikalität gelobt, profitiert sie auf ihrem Weg auch von der Förderung durch Mentorinnen wie Barbara Hannigan und Ayelet Geva. Ein zentrales Element ihrer Kunst ist die Programmgestaltung: Sie trifft mutige Entscheidungen und lässt Konzerte zu ganzheitlichen Erlebnissen werden, vergleichbar mit der Zusammenstellung eines Menüs.
Ihr im Februar 2026 bei Alpha Classics erschienenes Debütalbum "Symphonies in 3 movements" mit dem Orchestre National Bordeaux Aquitaine stellt Werke von Charlotte Sohy, Darius Milhaud, Carl Philipp Emanuel Bach und Igor Strawinsky einander gegenüber. "Es stellt eine Musikerin vor, die sowohl zur Programmgestaltung als auch zur Interpretation Neues zu sagen hat. (…) Eine einzigartige Sammlung, die es unbedingt zu entdecken gilt", schrieb Gramophone darüber.
Bar Avni gibt Workshops in Schulen, Krankenhäusern und bei Firmenveranstaltungen, denn sie betrachtet das Dirigieren als ein wirkungsvolles Kommunikationsinstrument, das Körperbewusstsein, nonverbalen Ausdruck und Selbstvertrauen stärkt. Gemeinsam mit Musiker gestaltet sie dabei integrative Erlebnisse, zu denen alle willkommen sind und für die keine musikalischen Vorkenntnisse vorausgesetzt werden.
In der Spielzeit 2025/26 brachte sie "The White Book" von Laura Bowler zur Uraufführung, nach einem Text der Literaturnobelpreisträgerin Han Kang, komponiert für und gesungen von Barbara Hannigan. Das Werk ist ein Gemeinschaftsauftrag des London Symphony Orchestra, des Gothenburg Symphony und des Copenhagen Philharmonic. Sie kehrte außerdem zum Orchestre de Paris zurück, für ein Konzert in der Philharmonie, das live aufgezeichnet wurde und bei Arte und France Musique weiterhin als Stream abrufbar ist, und dirigierte das alljährliche Konzert des Orchesters unter der Pyramide des Louvre.
2026 ist Bar Avni Artist in Residence der Initiative Villa Albertine, verbunden mit einer Partnerschaft mit dem Tanglewood Festival im August. 2026/27 eröffnet sie die Spielzeit des Rotterdam Philharmonic Orchestra (mit Sheku Kanneh-Mason) und gibt ihre Debüts bei der Dresdner Philharmonie (mit Vadim Gluzman), dem Orchestre national du Capitole de Toulouse (mit Bertrand Chamayou), dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien (mit Rafał Blechacz) und dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra (mit Jeneba Kanneh-Mason). Außerdem dirigiert sie das Finale des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und kehrt zum Orchestre de Paris (mit Midori) sowie zum Kammerorchester Basel (mit Fazıl Say) zurück.