Jan Liebermann (*2005) erhielt mit sieben Jahren seinen ersten Klavierunterricht und begann im Alter von zwölf Jahren mit dem Orgelspiel. Er war Jungstudent bei Gerhard Gnann an der Hochschule für Musik in Mainz und bei Carsten Wiebusch an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Parallel dazu erhielt er Klavierunterricht in der Meisterklasse von Lev Natochenny. Derzeit studiert er an der Hochschule für Musik und Theater München bei Martin Sander.
Jan Liebermann ist 1. Preisträger des Northern Ireland International Organ Competition 2024, 1. Bundespreisträger in der Kategorie Orgel solo beim Wettbewerb Jugend musiziert 2021 mit Höchstpunktzahl, 2. Preisträger des Internationalen Orgelwettbewerbs Wuppertal 2023 und Preisträger des International Young Organist Competition Moscow 2020, des ersten Internationalen Orgelwettbewerbs Deidesheim 2020 und des Concours International d’Orgue de Dudelange 2023. Des Weiteren ist Jan Sonderpreisträger der Deutschen Stiftung Musikleben. Ebenfalls erhielt er 2021 ein Stipendium der Jürgen Ponto-Stiftung Berlin. Im Herbst 2025 erhielt er als erster Organist seit Einführung des Preises im Jahr 1998 den Förderpreis Deutschlandfunk, der ihm im Rahmen des Musikfestes Bremen verliehen wurde.
Seine Konzerttätigkeit führte ihn zu bedeutenden Zentren der Orgelmusik, darunter die Berliner Philharmonie, Müpa Budapest, die Essener Philharmonie, die Kathedrale von Pisa, der Freiberger Dom, der Paderborner Dom, der Limburger Dom, der Essener Dom, der Münsterer Dom, der Soester Dom, das Freiburger Münster und St. Michaelis Hamburg. Internationale Konzertreisen führten ihn zudem nach England, wo er u. a. in York Minster, Westminster Abbey, Salisbury Cathedral, King’s College Cambridge, Liverpool Anglican Cathedral, Exeter Cathedral, Truro Cathedral und Southwark Cathedral in London auftrat.
Zudem war Jan Liebermann bei zahlreichen namhaften Orgelzyklen zu Gast, darunter der Hamburger Orgelsommer, die Internationalen Orgelkonzerte Erfurt, die Internationalen Hill-Orgel-Tage Berlin, die Victoria Hall Organ Proms in Hanley sowie der Himmeroder Orgelsommer. Darüber hinaus war Jan Liebermann in der Konzertreihe "Hörprobe" des Radiosenders Deutschlandfunk Kultur zu hören und wurde aufgrund seiner musikalischen Erfolge in Radio- (u. a. BR-Klassik, SWR, hr2 Kultur, hr-info, radio3, Deutschlandfunk Kultur) sowie Fernsehsendungen (u. a. rbb24 Abendschau, Landesschau Rheinland-Pfalz) portraitiert.
Im Frühjahr 2024 sorgte Jan Liebermann in der Orgelwelt für Aufsehen, als er bei mehreren öffentlichen Konzerten jeweils alle sechs Triosonaten von Johann Sebastian Bach auswendig aufführte. Für seine künstlerischen Leistungen und sein Engagement wurde er daraufhin vom Rotary Club Mainz mit dem Kulturförderpreis 2024 ausgezeichnet. Bereits ein Jahr später widmete er sich der Aufführung "Trois Préludes et Fugues" von Marcel Dupré, die er ebenfalls mehrfach auswendig in öffentlichen Konzerten präsentierte.
Im Jahr 2025 war Jan Liebermann mehrfach in der Berliner Philharmonie zu erleben. Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der dortigen Schuke-Orgel gab er sein umjubeltes Solodebüt und trat in einem weiteren Konzert mit dem Solo-Flötisten der Berliner Philharmoniker Emmanuel Pahud auf. Darüber hinaus konzertierte er an drei Abenden mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Andris Nelsons.