Martin Lehmann wirkt seit 2022 als 29. Kreuzkantor nach der Reformation. Sein Amt zählt zu den ehrenvollsten und renommiertesten Ämtern der evangelischen Kirchenmusik.
Martin Lehmann wurde 1973 in Malchin (Mecklenburg-Vorpommern) geboren und erhielt als Kruzianer bereits während seiner Schulzeit eine umfassende musikalische Ausbildung. Ausgezeichnet mit dem Rudolf-Mauersberger-Stipendium studierte er Chorleitung an der Musikhochschule Carl Maria von Weber Dresden bei Hans-Christoph Rademann. Ihm stand Martin Lehmann während des Studiums als künstlerischer Assistent des Dresdner Kammerchors zur Seite und nahm einen Lehrauftrag an der Dresdner Musikhochschule wahr. Sein Aufbaustudium schloss er in den Fächern Chorleitung und Orchesterdirigieren mit Auszeichnung ab.
Die Arbeit mit Chören prägte seine Laufbahn. So gründete Martin Lehmann 1995 den Kammerchor Cantamus Dresden, in dem bis heute ehemalige Kruzianer mitsingen. In den Jahren 2001 bis 2011 leitete er verschiedene Chöre in Leipzig und Wuppertal und übernahm 2012 die künstlerische Leitung des Windsbacher Knabenchores.
Zu seinem Repertoire gehört neben den großen oratorischen Werken von Bach, Händel, Mozart und Mendelssohn auch geistliche und weltliche A-cappella-Chormusik aller Epochen. Seine umfangreiche Arbeit ist auf zahlreichen CDs sowie in Rundfunk- und Fernsehaufnahmen dokumentiert. Dabei wagte sich Martin Lehmann mit den Windsbachern bei der Ersteinspielung frühbarocker Musik des Nürnberger Komponisten Johann Staden (April 2015) auch auf neues Terrain. Die jüngste Aufnahme ist das Album "Water & Spirit", geistliche A-cappella-Musik auf fünf Jahrhunderten, auf dem auch der Schlagzeuger Simone Rubino mitwirkt.
Als Chorleiter arbeitete Martin Lehman mit zahlreichen renommierten Orchestern wie dem Freiburger Barockorchester, dem Dresdner Barockorchester, den Deutschen Kammer-Virtuosen Berlin, der WDR Big Band, dem Concerto Palatino, dem Ensemble 1704 Prag und der Akademie für Alte Musik Berlin zusammen.
Mit dem Windsbacher Knabenchor nahm Martin Lehmann regelmäßig an Festivals teil und gastierte an großen deutschen Konzerthäusern (Alte Oper Frankfurt, Konzerthaus Berlin, Elbphilharmonie Hamburg, Thomaskirche Leipzig, Dresdner Frauenkirche, Herkulessaal München, Festspielhaus Baden-Baden). Hinzu kamen Reisen ins europäische Ausland, in die USA, China und Indien, während derer er in internationalen Spielorten wie dem Concertgebouw Amsterdam, dem Palau de la Música Catalana in Barcelona, dem Oriental Art Center Shanghai sowie der Sixtinische Kapelle und dem Petersdom in Rom gastierte.
Im Mai 2017 wurde Martin Lehmann zum Kirchenmusikdirektor (KMD) ernannt. Mit der Auszeichnung würdigte die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern seine Verdienste um die Kirchenmusik durch seine Arbeit mit dem Windsbacher Knabenchor.
Im September 2022 trat Martin Lehmann die Nachfolge von Roderich Kreile als Kreuzkantor an. Konzentrierte sich das Aufgabengebiet der Stelle in früheren Jahrhunderten maßgeblich auf die Leitung der liturgischen Dienste, so reichen die Aufgaben heute beträchtlich über die rein künstlerische Verantwortung hinaus. Als Leiter des Dresdner Kreuzchores obliegt Martin Lehmann auch die Funktion eines städtischen Intendanten.