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Nikoloz Rachveli

Nikoloz Rachveli (geb. 1979) ist ein georgischer Komponist, Pianist, Dirigent und Arrangeur, dessen künstlerisches Profil durch eine seltene Synthese kreativer Rollen und eine starke internationale Präsenz in der georgischen und europäischen Klassikszene geprägt ist. Derzeit ist er als Generalmusikdirektor des Georgian Philharmonic Orchestra und des National Music Center of Georgia tätig, wo seine künstlerische Leitung eine zentrale Rolle bei der Gestaltung der zeitgenössischen orchestralen Identität Georgiens gespielt hat.

 

Nikoloz Rachveli wurde schon in jungen Jahren als musikalisches Wunderkind gefeiert. Im Alter von zehn Jahren gab er sein Dirigierdebüt mit dem Georgian Philharmonic Orchestra und dirigierte dabei Beethovens Fünfte Sinfonie. Mit zwölf Jahren begann er, Konzerte mit seiner eigenen Musik in Georgien und Deutschland zu geben, wobei er sowohl als Pianist als auch als Organist auftrat. In Anerkennung seiner außergewöhnlichen frühen Leistungen wurde sein Name 1995 in das Goldene Buch der UNESCO, "New Names of the Planet", aufgenommen. Später setzte er seine musikalische Ausbildung an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien fort – eine Erfahrung, die entscheidend zur Prägung seiner künstlerischen Sichtweise beitrug und seine Verbindung zur europäischen Musiktradition stärkte.

 

Seine Musik und seine Bearbeitungen werden regelmäßig von führenden Orchestern und Ensembles aufgeführt und spiegeln eine breite stilistische Bandbreite wider, die eine Brücke zwischen zeitgenössischer sinfonischer Komposition, raffinierten Orchesterbearbeitungen und genreübergreifenden Konzertkonzepten schlägt. Nikoloz Rachvelis Werke und Arrangements wurden von renommierten Orchestern aufgeführt, darunter das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, die Berliner Philharmoniker, das Konzerthausorchester Berlin, das Orchestre National de France, das Slovenian Philharmonic Orchestra, das Orchestra della Svizzera Italiana, das Estonian National Symphony Orchestra, das Luxembourg Chamber Orchestra, die Kremerata Baltica, die Kyiv Camerata, das Ukrainian National Philharmonic Orchestra, das St. Petersburg Philharmonic Orchestra, die Kammerphilharmonie Ingolstadt und viele andere. Seine Musik ist in ganz Europa präsent, von Deutschland und Frankreich bis zur Schweiz, den baltischen Staaten, Skandinavien und Osteuropa.

 

Er hat mit führenden Persönlichkeiten der zeitgenössischen und klassischen Musik zusammengearbeitet, darunter Giya Kancheli, Arvo Pärt und Michel Legrand, mit international renommierten Solist:innen, Sänger:innen und Dirigent:innen wie Gidon Kremer, Yuri Bashmet, Kim Kashkashian, David Geringas, Natalia Gutman, Elisabeth Leonskaja, Lisa Batiashvili, Khatia Buniatishvili und Anita Rachvelishvili sowie mit Künstler:innen aus den Bereichen Jazz, Pop und Crossover, darunter Sting, Björk, Till Brönner, Chris Botti, Avi Avital, Miloš Karadaglić, Sheku Kanneh-Mason, Sergei Nakariakov, Mario Stefano Pietrodarchi, Katie Melua, Gregory Porter und Giorgi Gigashvili. Diese Kooperationen umfassen sinfonische, kammermusikalische und Crossover-Projekte, die häufig auf Nikoloz Rachvelis eigenen Kompositionen und Orchesterarrangements basieren.

 

Seine Musik wurde in vielen der großen Konzertsäle Europas aufgeführt, darunter die Elbphilharmonie Hamburg, das Konzerthaus Berlin, die Philharmonie de Paris, die Salle Pleyel and die UNESCO Hall in Paris, das BOZAR Brussels, die Alte Oper Frankfurt, die Shostakovich Philharmonic Hall in St. Petersburg and die NORDEA Concert Hall in Tallinn sowie die Carnegie Hall und das Lincoln Center in New York. In den letzten Spielzeiten fanden bedeutende Uraufführungen beim Beethoven-Festival in Bonn sowie in Zürich, Lugano und Ljubljana statt.

 

Zu Nikoloz Rachvelis Diskografie gehört das Album "City Lights", das bei der Deutschen Grammophon in Zusammenarbeit mit der Geigerin Lisa Batiashvili und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin erschienen ist. Die Aufnahme, die seine Kompositionen und Orchesterbearbeitungen enthält, wurde für ihre filmische Weite, die raffinierte Orchestrierung und die unverwechselbare künstlerische Stimme gelobt.

 

Seit 2022 ist Nikoloz Rachveli weithin für seine künstlerische Solidarität mit der Ukraine anerkannt. Nach dem Einmarsch Russlands initiierte und dirigierte er zahlreiche Konzerte, Aufführungen und internationale Kooperationen zur Unterstützung der Ukraine, sowohl in Georgien als auch in ganz Europa. Er hat intensiv mit ukrainischen Orchestern und Musikern zusammengearbeitet, darunter das Ukrainian National Philharmonic Orchestra, die Kyiv Camerata und das INSO Lviv, und ist während des Krieges im Rahmen humanitärer und kultureller Hilfsinitiativen in Kyiv und anderen ukrainischen Städten aufgetreten. Durch Musik, Benefizkonzerte und internationales Engagement ist er zu einer sichtbaren kulturellen Stimme geworden, die auf den Konzertbühnen Europas an der Seite der Ukraine steht.

 

Neben seiner internationalen Tätigkeit als Dirigent genießt Nikoloz Rachveli großes Ansehen als Komponist, dessen sinfonische Werke, Konzerte und Bühnenwerke emotionale Direktheit mit zeitgenössischer Musiksprache verbinden. Sein Werkverzeichnis umfasst Sinfonien, Konzerte, Ballettmusik sowie Film- und Theatermusik, von denen viele internationale Uraufführungen erfahren haben und weiterhin im Repertoire europäischer Orchester stehen.

 

Durch sein künstlerisches Schaffen und sein bürgerschaftliches Engagement hat sich Nikoloz Rachveli zu einer bedeutenden kulturellen Persönlichkeit aus dem Kaukasus entwickelt, die den Dialog zwischen osteuropäischen Musiktraditionen und der breiteren europäischen Konzertlandschaft aktiv prägt. Seine Karriere spiegelt ein tiefes Engagement für künstlerische Freiheit, internationale Zusammenarbeit und den Glauben an Musik als moralische und verbindende Kraft in Krisenzeiten wider.

 

Nikoloz Rachveli wurde von den Vereinten Nationen dreimal zum UNICEF Goodwill Ambassador in Georgien ernannt. Er hat zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen erhalten, darunter Georgiens höchste Ehrung, den Shota-Rustaveli-Staatspreis, in Anerkennung seines Lebenswerks.

Konzerte mit Nikoloz Rachveli