© Marie Rolland

Thierry Escaich

Thierry Escaich ist eine einzigartige Persönlichkeit der zeitgenössischen Musikwelt. Er ist einer der bedeutendsten Komponisten seiner Generation, ein weltbekannter Organist und einer der wichtigsten Botschafter der großen französischen Improvisationsschule. Diese drei Elemente seiner Kunst sind untrennbar miteinander verbunden und werden von diesem faszinierenden Musiker in seinen Darbietungen miteinander verwoben. Im Jahr 2024 wurde er zum Titularorganisten von Notre-Dame de Paris ernannt.

 

Als Komponist widmet sich Thierry Escaich einer Vielzahl von Genres und Formen in seinem unermüdlichen Streben nach neuen klanglichen Horizonten. Sein Katalog umfasst über hundert Werke, die dank ihres sehr persönlichen Universums ein breites Publikum ansprechen: Ausgehend von der französischen Kompositionstradition von Ravel, Messiaen und Dutilleux, aber auch unter Einbeziehung von Elementen der Populärmusik und sakraler Inspiration, ist seine Klangwelt geprägt von glühender Lyrik, obsessivem rhythmischem Antrieb und kraftvollen Strukturen. Seine Werke werden von führenden Orchestern der Welt und von Musikern wie Lisa Batiashvili, François Leleux, Paul Meyer, Olivier Latry, Andris Nelsons, Alain Altinoglu, Louis Langrée, Lahav Shani, Semyon Bychkov, Paavo Järvi, Valery Gergiev oder Alan Gilbert aufgeführt.

 

Zu den wichtigsten neueren Werken in Thierry Escaichs Katalog gehören "Shirine", eine Oper, die 2022 an der Opéra de Lyon uraufgeführt wurde, ein Violinkonzert, "Au delà du rêve", geschrieben für Renaud Capuçon und die Münchner Philharmoniker, ein Klavierkonzert, "Études symphoniques" für Seong-Jin Cho und die Tschechische Philharmonie, ein Cellokonzert, "Les Chants de l’aube", für Gautier Capuçon, im Auftrag des Leipziger Gewandhauses und des Boston Symphony Orchestra, sowie "Ballade" für Big Band und Orchester, uraufgeführt vom hr-Sinfonieorchester und Alain Altinoglu in Frankfurt. Neben seinen sinfonischen und kammermusikalischen Werken sowie seinen Opern nehmen Orgelwerke einen herausragenden Platz in seinem Schaffen ein. Sein Orgelkonzert Nr. 1 wurde vom Gramophone Magazine als ein Höhepunkt des Genres herausgestellt.

 

Als Organist und Improvisator ist Thierry Escaich Gast in großen Konzertsälen und bei Festivals wie der Berliner Philharmonie, dem Wiener Konzerthaus, der Philharmonie de Paris, dem Müpa Budapest, der Alten Oper Frankfurt, dem Auditorio de Madrid, dem Auditorium de Radio France, dem Hong Kong Cultural Center, der Lotte Concert Hall, dem Mariinsky Theater, der Moskauer Philharmonie, dem Helsinki Musiikkitalo, der Luxemburger Philharmonie, dem Amsterdamer Concertgebouw, dem Musikfest Bremen und den BBC Proms. In der Saison 2022/23 war er Organist und Composer in Residence an der Dresdner Philharmonie ("Palastorganist").

 

Er ist außerdem Gast bei Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Philadelphia Orchestra, den Wiener Philharmonikern, dem Helsinki Radio Symphony Orchestra, dem Orchestre de Paris, dem Orchestre National de France, dem Royal Philharmonic Orchestra, dem Seattle Symphony, dem Cincinnati Symphony Orchestra, dem Netherlands Radio Philharmonic Orchestra und dem Concerto Budapest.

 

Das größte Highlight der Saison 2024/25 war zweifellos die Weltpremiere seines "Te Deum pour Notre-Dame", das er zur Feier der Wiedereröffnung komponiert hatte und das von der Presse und einer vollbesetzten Kathedrale begeistert gefeiert wurde. Thierry Escaich war außerdem Composer in Residence beim hr-Sinfonieorchester in Frankfurt, und die Philharmonie de Paris widmete ihm ein ganzes Saisonporträt. In diesem Zusammenhang führte das Orchestre de Paris unter der Leitung von Klaus Mäkelä die Pariser Premiere von "Towards the light" für Chor und Orchester auf, nachdem das Werk bereits mit dem Orchestre national du Capitole de Toulouse uraufgeführt worden war.

 

Die Saison 2025/26 wird durch zwei große Weltpremieren geprägt sein: sein Zweites Konzert für Orchester, aufgeführt vom Orchestre National de France unter Cristian Măcelaru, und eine sinfonische Dichtung für Cello und Orchester, inspiriert von Gemälden von Renoir und Van Gogh, mit Anastasia Kobekina und dem Orchestre de chambre de Paris unter der Leitung von Thomas Hengelbrock. Außerdem wird er in Kroatien die Saison des HRT Symphony Orchestra mit Pascal Rophé eröffnen, sein Orgelkonzert Nr. 3 spielen und als Gast beim Belgischen Nationalorchester und den Dortmunder Philharmonikern auftreten. Er wird auf eine Recital-Tournee nach Japan mit Auftritten im Tokyo Metropolitan Theater gehen und Konzerte unter anderem in Notre-Dame de Paris und im Stockholmer Konserthus geben.

 

Seine künstlerische Vielseitigkeit zeigt sich in einer hochgelobten Diskografie, die teilweise bei Universal Music erschienen ist. Sein Album "Les Nuits hallucinées" wurde mit zahlreichen Auszeichnungen gekrönt, darunter ein Choc de l’année des Magazins Classica als herausragende Veröffentlichung des Jahres. Die Uraufführung seiner ersten Oper "Claude" wurde von BelAir Classics auf DVD veröffentlicht. Weitere Veröffentlichungen sind "Baroque Song" bei Sony Classical, "Aria" mit Richard Galliano, "Fusion" mit dem Ellipsos Saxophone Quartet und "Cris" mit dem Orchestre Philharmonique de Radio France.

 

Thierry Escaich wurde mit fünf Victoires de la Musique Preisen (2003, 2006, 2011, 2017 und 2022) ausgezeichnet und übernahm 2018 die prestigeträchtige Rolle des Featured Composer beim Radio France Présences Festival.

Konzerte mit Thierry Escaich