Zum Konzert
Schnee glitzert in der fahlen Wintersonne, ein Pferdeschlitten gleitet durch ein lichtes Birkenwäldchen. Eisblumen wachsen an der Fensterscheibe, in der Stube brodelt der Samowar. Tschaikowski macht mit seiner Ersten Sinfonie dem berühmt-berüchtigten russischen Winter mit all seinen Erscheinungen eine stimmungsvolle Liebeserklärung.Dazu erklingen zwei völlig unterschiedliche, aber gleichermaßen faszinierende Klavierkonzerte: Prokofjews Erstes Klavierkonzert sprüht vor Energie und Raffinesse. Es ist ein jugendliches Werk voller Esprit und zeigt Prokofjew als wahren Virtuosen des Klaviers.
Ravels Klavierkonzert „für die linke Hand“ hingegen ist von dunkleren Tönen geprägt und wurde für den Pianisten Paul Wittgenstein geschrieben, der im Ersten Weltkrieg seine rechte Hand verloren hatte. Es ist so raffiniert komponiert, dass man als Zuhörer überhaupt nicht merkt, dass in diesem fast 20-minütigen Konzert Klavier und Orchester nur sechs Minuten zusammenspielen. Eine Herausforderung für unseren Artist in Residence, der einmal mehr die ganze Bandbreite seiner Fähigkeiten unter Beweis stellen kann.